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Leg deinen Finger in die Wunde

Leg nicht den Finger
In die Wunde

Dass wenn sie heilt
Dein Du im Du ewig erklingt

Leg deinen Finger
In die Wunde

Erinner das Fleisch
An sich selbst

Wie es unversehrt pulsiert
Und empfindet

Geh ganz nah
Und bleib auch fern

Es ist die Freiheit
Aus der das Leben sich gebiert

Toll genug

Und dann wollte ich dir nur mal eben sagen:
Toll genug!

Dass du toll genug bist
Mit den tausend Gedanken im Kopf

Und dem Stein
Im Schuh

Toll genug!
Und na klar kann man sich auch immer denken

Dass man irgendwie irgendwo
Optimierbar wär‘

Und ich möchte dich nicht mal zwingen
Das abzuschalten

Oder die Erwartungen abzuschaffen
Was schon wieder ’ne Erwartung wär‘

Ist die Frage nicht viel mehr:
Wie kannst du sein mit dir?

Sein, mit allem
Was hier auf dich wartet

Vom Fechten

Neulich als ich den Krieg
Angefochten habe

Fachte er zurück
Und ich ihn damit an

Da saß ich nun
Und blieb

Und liebte auch das letzte Kind

Als ich den Krieg dann küsste
Sprach er leise

Küss mich nur
Mit wildem Mund

Sprich mich nicht leise
Brüll mich!

Brüll mich weise

Dann wirf dein Herz
Wie äußerste Gefahr

Und wie zehn Teppich‘
Die dich halten

Er ward nicht still
Er sprach nur leise

Doch ich
Ward still

Und flüstert‘
In mein Ohr

Das Gegenteil
Von Krieg

Ist Friedensdienst
Ich diene.

Nur dem Frieden
Nur der Liebe

Willkommen

Und hey
Du bist willkommen

Mit allem

Was dir quer im Halse
Und im Magen liegt

Und hey
Du bist willkommen

Ob hingeworfen
Oder hinterher

Weil dich keiner
Liebt
Und sieht
Und hört

Oder weil
Du dich selbst nicht willst
Oder dieses Leben
Oder das
Was viel zu schwer ist

Ich nehm’s nicht

Seh ich doch deine Arme stark
Und dieses Auge voller Liebe
Für alles was es berührt
Und diese Füße
Die dich tragen

Vom Backen

Wenn du
Im Dschungel stehst
Ich meine
Im Leben

Wenn Frieden
Leicht sein darf

Reich mir deine
Machete
Ich back uns was
Schönes

Wenn Leichtigkeit
Friedvoll ist

Kinder im Schnee
Und sie spielen

Wenn Ursprung heißt
Sich nicht mit dem Krieg
Verbinden
Zu müssen

Die Kraft
Sie kommt
Von ganz weit unten
Und von
Dir wie du dir nah bist

Reich mir
Deine Hand

Ich vergess mich
Nicht
Vergess nur
Meine Wunden

Wild Ich

Mach mich nackt
Und tu dann so

Als wär ich
Ganz ich

Während du mir
Deine Lieder auf das Fleisch legst

Sagtest du
Und ich wurde leise

Und so traurig
Dass ich die Welt hätte zerfetzen können

Ich dachte daran
Wie schön du bist

Und welch Verlust
Es wär

Wenn du einen Tag
Weil du denkst

Du wärst falsch
So wärst wie ein anderer

Einer der dir erklärte
Wie das Leben geht

Was ich jetzt auch mal tu
Wenn ich dir sag

Wie ich es tu

Ja, nimm es als
Gesetzt

Was ich jetzt sprech‘
Als etwas

Das für mich gilt
Und was wenn ich morgen schlauer bin

Dann vielleicht
Im Mülleimer meiner Seele landet

Wo die tollsten Sachen
Wachsen

Unkraut
Zum Beispiel

Wild und unberechenbar

Also ja
Wie ich es tu

Ich lass mich häuten
Lass im Spiegel

Jedes Gräuel
Auf mich deuten

Nenn mich
Ja

Und bei
Allen Namen

Und dann
Lass ich mich aus mir wachsen

Unschuldig
Wie Pflanze

Da
Wie Stein

Wahr
Wie Tier

Und weiß dabei
Niemand ist wie ein Zweiter

Und niemand muss
Irgendwie sein

Niemand muss irgendwen
Irgendwohin begleiten

Weil irgendwo
Richtig und sicher wär

Ich sag dir
Die die sagen

Wo es richtig ist
Fühlen sich doch auch dauernd falsch

Und setzen dann Kreuze
Auf die Karte

Die dann für alle stimmen sollen
Was wirklich Quatsch ist

Ich weiß
Die Zeit ist vielleicht noch nicht reif

Und du hast Angst
Und manches in dir ist so klein

Wie ungeschlüpft
Und ungeschmückt

Und ungesehen
Und ich glaube

Das geht allen
Immer wieder so

Wo es hingeht
Das entscheidest du

Sehnsucht und Angst

Gib mir eine Waage
Und gewichtige Teilchen

Damit ich sagen kann
Ich hör’ auf meine Angst

Oder auf meine Sehnsucht
Weil es mich so zerreißt

Wenn beides sich in
Beides beißt

Ich zerr’ mich weg
Und schmeiß’ mich her

Und ich wünschte
Wenn ich wünschen würd‘

Jemand
Würde

Wenn alle Welten fallen
Mich dann halten

Kein Standard

Kein Standard
Liebste

Liebe
Das heißt

Dich zu empfangen
Als die die du bist

Ich kam nicht
Um mir etwas zu holen

Mit dem Finger zu zeigen
Ich kam

Um dir meine Hände
Zu reichen

Dass du sie siehst
Und nimmst

Dass du dein Sein
Mit mir und meinem teilst

Erhebt unsere Herzen
Zur Medizin

Im Zwischen spür‘ ich
Unseren Takt

In dir erkenn‘ ich
Mich

Und leg‘ dir meine kleine Welt
In deinen starken Arm

Die sich aufrichten, wenn sie fallen

Subtrahier Scham
Und Reue

Nimm deine alten
Nimm deine neuen

Schuhe und Schreie
Und den Wind

Der aus der Demütigung
Die Demut macht

Die Klinge, die
Die Kleinheit mäht

Und Würde erntet
Nimm das Gestrüpp

Unter dem nichts falsch ist
Und bau Nester

Für die Fremden

Die sich suchen
Und mit dem Finger zeigen

Lass uns uns treffen
Im Irrtum

Sag nicht
Wegen dir bin ich groß

Oder klein
Sag

Wegen mir
Bin ich frei