Atmende Essenz

„Manchmal ist das Wollen alles, was wir haben. Sag Nein, aber nimm mir dieses Wollen nicht. Es fußt nicht auf Erfüllung, sondern auf unerklärlichen Gefühlen, die das Wollen gar nicht kennt. Nimm mir alles, was ich eh nicht habe, aber nimm mir dieses Wollen nicht. –

Vielleicht sagt dein Schmerz dir, dass du Recht hast und vielleicht fühlst du dich erhaben damit. Vielleicht tappst du in Gefälligkeiten, die letztlich Selbst-Gefälligkeiten sind, weil es den anderen gar nicht wirklich gibt. Nur in deiner Idee von ihm, da lebt er, und alles, was er sein müsste und ihm zu seinem Glück fehlt, all das wünsche ich dir in vollkommener Übersetzung, als zartes Geschenk und lieblichen Schauer, der deine Seele wiederbelebt. –

Am Todestor, da werden wir alle klein und Demut ist nicht nur ein Wort und keiner gehört zu keinem und alle zu allen. Drück mir mein Herz aus, drück mich so sehr aus, dass nichts mehr übrig bleibt, außer atmende Essenz, die ich wieder zu mir nehmen kann. Vielleicht. Wenn ich mich trau und wenn ich will. Denn das ist alles, was ich habe.“