Nicht jeder Baum, der da steht, wird dir ein Halt sein

Nein. Davon hatte sie noch nie gehört. Sie fürchtete die Langeweile fast so sehr wie die Überforderung und darum passte sie immer auf, damit dies empfindsame Gleichgewicht nicht gestört würde und doch: Davon hatte sie noch nichts gehört.

„Nicht jeder Stein, der in deinem Weg liegen könnte, wird dies auch tun. Noch wirst du ihn rufen, mit deiner Sorge zum Beispiel. Nicht jeder Baum, der da steht, wird dir ein Halt sein, und nicht jede Birke einen Anfang bescheren. Nicht vor jedem Schmerz wirst du rennen müssen, vor manchem schon, und was du erfahren wirst, ist, egal ob du rennst oder nicht, niemand am Ende richten muss, ob du richtig lagst. Stell dir vor, du öffnest die Tür und dahinter fällst du tief und du hättest es nicht gewusst, hättest du die Tür nicht geöffnet und dann wärst du auch nicht gefallen. Stell dir vor, du hättest die Tür zugehalten. Stell dir vor, niemand stellt dir ein Bein und niemand ist Trost. Stell dir vor, alle Wände wären kahl wie ein Babypopo und stell dir vor, du könntest genießen. Ich fand Gefallen daran und das Leben, es kitzelt mich manchmal wie Wellen das Ufer, ihr Licht blendet mich.

Stell dir vor, du wärst Ufer, du wüsstest es nicht.“