Von der Verstellung

„Es ist mir wichtig, was andere von mir denken.“ sagte er.

„Wichtiger als es wirklich ist?“

„Das muss sich nicht widersprechen. Aber ich gebe zu, es erfordert manchmal Opfer. Ich darf auch mich nicht wirklich sehen und wer mich sieht, muss manchmal einen Knick in der Optik vorspielen und sich vielleicht ein bisschen verbiegen.“

„Aber das ist nicht schlimm, weil du das selber dauernd tust?“

„Alles, was ich bekomme, bekomme ich wegen der Gunst von irgendwem. Lass mich da nicht rausfallen.“

„Woher weißt du, wann dich wer fallen lassen würde?“

„Ich habe die Menschen studiert. Und ich rate.“

„Verrätst du dabei nicht dich?“

„Nein. Ich liebe meine Ängste und sie lieben mich.“