Was, meinst du, ist das Problem mit der Welt?

„Was, meinst du, ist das Problem mit der Welt?“

„Ich glaube, die Menschen trauen sich zu wenig zu. Ihnen fehlt der Mut.“

„Was meinst du damit?“

„Ich meine, dass die Menschen in Tuben leben, so wie Zahnpasta, und sie drücken immer einen Zentimeter raus zum Beispiel am Tag, wohldosiert nennen sie das, und das macht ja dann kein Chaos, weil man immer wegwischen kann, was zu viel ist und zum Leben reicht es gerade so.“

„Sind alle so?“

„Nein, nicht alle sind so. Manche wissen gar nicht, wie gebraucht sie sind. Und trotzdem, wenn sie Angst haben und denken, sie könnten einen Fehler machen, dann drücken sie trotzdem auf die Tube. Sie wissen, irgendwer muss es ja machen, sie machen das vielleicht ganz unbewusst. Da bleiben, wo alle wegrennen. Sie wollen das vielleicht auch, aber irgendwie wissen sie, dass sie bleiben müssen.“

„Sie spielen kurz mal Beckenrand, wenn alle denken, dass sie ertrinken und sich alles auflöst, selbst wenn ihre Tuben aus dem festesten Metall sind?“

„Ja, so könnte man das beschreiben. Letztlich ist niemand Beckenrand, aber wenn alle nur die Flut sehen und wild um sich strampeln, dann brauchen sie jemanden, der sie erinnert.

An ihre Kraft. Dass sie das, was sie erleben, tragen können. Dass sie das längst machen. Dass ihr Herz kräftig schlägt und ihr Becken ein bisschen vielleicht wie eine uralte Schildkröte ist.“

„Sind das dann Helden?“

„Ich weiß nicht, vielleicht haben sie einfach verstanden, dass ihre Kraft immer so groß ist, wie sie es glauben und dass Angst als schlechter Berater auch da sein darf, aber nicht führen sollte. Sie haben verstanden, dass sie ihre Tube nicht kontrollieren müssen, sondern dass alles wie ein geheimnisvolles Rezept ist, das wirklich niemand versteht, aber dass sie als Zutat irgendwie etwas bedeuten.“